Wie wir uns das Leben leichter machen können

Shownotes

In dieser Episode spreche ich über die kleinen und großen Katastrophen des Lebens -- und wie wir lernen können, leichter damit umzugehen.\ Ich erzähle, warum Ablenkung uns oft davon abhält, präsent zu sein und wie wichtig es ist, Dinge sofort anzugehen, statt sie zu verdrängen.

Anhand meiner eigenen Erfahrungen -- vom Hochwasser, über den Tod meines Vaters, bis hin zu Routinen, die mir Struktur geben -- teile ich, wie Krisen auch ein Geschenk sein können. Sie zeigen uns, dass Besitz vergänglich ist, aber Erlebnisse bleiben. Und dass wir, wenn wir offen bleiben, oft Hilfe an unerwarteten Orten finden.

Themen dieser Folge:

  • Ablenkung vs. Präsenz im Alltag

  • Warum Aufschieben Stress erzeugt

  • Lehren aus dem Hochwasser: Erlebnisse statt Besitz

  • Routinen und Rituale als Gerüst fürs Leben

  • Überforderung durch Überangebot: anfangen, dranbleiben, fertig machen

  • Hilfe „von oben" annehmen können

  • Der Tod meines Vaters und wie er mir heute Halt gibt

  • Immer auch das Schöne in schweren Zeiten sehen

  • Rauszoomen, Perspektive wechseln und Vertrauen ins Leben

Am Ende bleibt: präsent sein, Strukturen einbauen, das Gute nicht übersehen -- und den eigenen Weg gehen, egal, was andere sagen.

Links: https://www.instagram.com/martinadraperfotografin/ <https://www.instagram.com/martinaalltagstarot?igsh=Y2FxcmV0NWdqdWQ2&utm_source=qr> https://martina-draper.at/

Über diesen Podcast:

Martina & Menschen ist der Podcast für alle, die echte Gespräche, Inspiration und authentische Geschichten lieben. Ehrlich, umperfekt - einfach aus dem Leben.

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🗝️ Stichwörter / Tags

  • Präsenz & Achtsamkeit

  • Aufschieben & Stress

  • Hochwasser & Krisenbewältigung

  • Routinen & Rituale

  • Resilienz

  • Verlust & Trauer

  • Perspektivwechsel

  • Selbsthilfe & Halt finden

  • Lebenskrisen meistern

  • Inspiration & Mut

Transkript anzeigen

00:00:05: Willkommen zu Martina und Menschen, dem Podcast für alle, die echte Gespräche wollen statt Smalltalk.

00:00:10: Ich bin Martina Draper Fotografin und durch meinen Beruf begegne ich vielen spannenden Menschen.

00:00:15: Hier spreche ich mit ihnen aber nicht über perfekte Bilder, sondern über das, was sie wirklich bewegt.

00:00:20: Geschichten, die du sonst nirgends hörst.

00:00:26: Und herzlich willkommen zu einer weiteren Folge von Martina und Menschen.

00:00:30: Diesmal ist es ein Selbstgespräch.

00:00:33: Diesmal bin ich sozusagen mein eigener Gast.

00:00:37: weil mir einiges auf dem Herzen liegt, dass ich schon lange irgendwie rausgeben will in die Welt und weiß aber nicht, wie und auf welche Art und darum mache ich das jetzt mit dieser Folge.

00:00:55: Und zwar geht es darum, wie wir uns das Leben selber leichter machen können, weil es doch manchmal so, so schwer ist, gefühlt.

00:01:08: Und ich habe so die letzten Wochen mich versucht zurückzuerinnern an mein Leben und habe gemerkt, dass vieles richtig im Nebel ist.

00:01:22: Also, dass ich gar nicht mehr weiß, was da war.

00:01:27: Gut, bei einem gewissen Zeitpunkt in meiner Kindheit habe ich dann mal dissoziert, da weiß ich wirklich nichts mehr, aber auch sonst alles andere ist so wie eine dicke Nebelsuppe.

00:01:41: Und ich habe mich gefragt, warum war das so?

00:01:45: Und das war so, weil ich mich einfach nicht dem Leben oder der Realität stellen wollte.

00:01:55: Ich habe wirklich erfolgreich versucht, alles zur Seite zu schieben und zu verdrängen und mich in Tagträumen verloren.

00:02:07: Und das kann ich jetzt noch ganz gut.

00:02:09: Und ich habe im Moment auch wieder eine Phase, wo ich stundenlang herumliegen kann und vor mich hin träumen.

00:02:20: Das Leben einer anderen Person, die hat das Ausstatt anders heißt, wo anders wohnt.

00:02:25: Und ich weiß, dass es nicht besonders hilfreich ist, das zu tun, aber es fühlt sich halt einfach so gut an.

00:02:32: Und deshalb fahre ich auch gerade so viel Rat, weil mich das immer wieder in die Realität zurückholt.

00:02:39: Weil wenn ich da über Stock und Stein Bretter muss ich aufmerksam sein, muss ich präsent sein.

00:02:48: Und das ist eben schon eines der ersten Punkte, von denen ich weiß, dass sie diesen Nebel lichtet und dass es auch das Leben einfacher macht, wenn man wirklich präsent ist im Moment.

00:03:06: Weil man dann auch die Kraft hat, alles anzugehen.

00:03:14: sage ich mal, weil was ich nämlich auch besonders gut kann, ist zum Beispiel meine Post ignorieren.

00:03:23: Ich habe erst jetzt vor kurzem meinen Postkastel, ich habe kein Kastel, ich habe eine richtige Kiste, das ist so eine weiße Ikea-Kiste, wo dann die Postlerin schon weiß, da haut sie alles rein und ich habe seit Mai dann nicht mehr reingeschaut gehabt.

00:03:41: Obwohl ich mir Ende letzten Jahres geschworen habe, ich mache das regelmäßig, aber ich hab's nicht.

00:03:45: Und dann ist mein Papa gestorben und dann war mir sowieso alles egal.

00:03:49: Und der Deckel hat sich schon getürmt.

00:03:51: Es war alles schon völlig nass, weil es da zigmal reingeregnet hat.

00:03:57: Und es ist so, auch wenn ich es verdränge, es ist ja trotzdem immer in meinem Hinterkopf.

00:04:05: Auch wenn ich es nicht öffne, all diese Monate gehe ich jeden Tag dran vorbei und weiß, dass ich die Post öffnen sollte.

00:04:12: Und all diese unerledigten Dinge, die verursachen uns ungemeinen Stress.

00:04:20: Weil wir sie ja eben doch präsent haben im Hinterkopf.

00:04:24: Genauso wie die Nachrichten, die ich nicht gleich beantworte, sondern manchmal erst Tage später, sei es jetzt WhatsApp oder E-Mail, Und das sind alles Sachen, da weiß ich immer, ich sollte es eigentlich machen und mache aber dann was anderes.

00:04:39: Und lenke mich ab, nur wir wissen alle, das funktioniert nicht wirklich und wendern nur ganz kurz.

00:04:46: Und all diese Dinge, die wir eben aufschieben oder wo wir uns wegbiemeln mit irgendwelchen Tagträumen oder durch scrollen oder sonstige Aktivitäten, machen den Stress nur noch größer.

00:05:05: Und selbst, wenn du das nicht gleich lösen kannst, wenn du jetzt weißt, du musst ein E-Mail schreiben und wenn das jetzt in dein Problem betrifft und du hast jetzt nicht gleich die Lösung, aber immerhin, wenn du das Mehl einmal schreibst, du hast den ersten Schritt getan.

00:05:26: Weil es geht oft so oft gar nicht um die sofortige Lösung, sondern einfach nur, dass wir etwas einmal beginnen, dass wir ein To-do in Angriff nehmen und einmal begonnen haben.

00:05:39: Und dann fühlt sich schon viel leichter an.

00:05:41: Also bei mir ist das zumindest so.

00:05:45: Und deshalb nehme ich jetzt auch diese Podcast-Folge auf, weil ich mir selbst das Ziel gesetzt habe, alle vierzehn Tage eine Folge rauszubringen.

00:05:56: Und ich habe zwar auch schon eine voraufgenommene Folge, aber ich wollte jetzt diese unbedingt rausbringen.

00:06:02: Und daran mache ich das heute.

00:06:05: Und ich setze mir jetzt selbst immer Tasks, die ich erledigen muss, um eine gewisse Routine zu entwickeln, um dran zu bleiben.

00:06:25: Weil das ist nämlich das nächste, was das Leben so schwierig macht oft, dass wir einfach keine Kontinuität haben, dass wir nicht mehr dran bleiben.

00:06:38: Weil unser Leben war ja noch nie so frei wie jetzt, wenn ich an die Generation meiner Großeltern oder Eltern denke.

00:06:46: Das war ein ganz anderes Leben.

00:06:48: Das war viel getakteter.

00:06:51: Da gab es nicht so viele Selbstständige.

00:06:53: Das war einfach, es war weniger frei.

00:06:57: Es war mehr, okay, du arbeitest, dann hast du Familie, dann gehst nach Hause, zack, zack, zack.

00:07:03: Was?

00:07:05: Eine gewisse, auch eine gewisse Form der Kontinuität war.

00:07:09: Und jetzt ist alles frei.

00:07:11: Wir haben so viele Möglichkeiten, die uns auch oft überfordern, diese riesen Auswahl, die wir haben.

00:07:21: Und ich merke das bei mir.

00:07:22: Ich mache dann oft einfach nichts, weil es gibt so viele Möglichkeiten.

00:07:28: Und da bin ich dann okay.

00:07:32: dieses oder jenes.

00:07:33: und dann merke ich oft, wie ich einen ganzen Tag einfach nur verplämpere, weil ich nichts mache, weil ich mich nicht entscheide und weil ich auch nicht dranbleiben kann bzw.

00:07:49: dass es mir einfach schwer fällt.

00:07:52: Darum jetzt eben dieser Podcast und darum auch schon seit Ende letzten Jahres.

00:07:58: Ich habe ja auf Instagram auch einen Tarot-Account, wo ich jeden Tag eine Tarot-Botschaft poste.

00:08:08: Egal, ob ich jetzt gerade Lust habe oder nicht.

00:08:11: Ich habe nur einmal eine zweiwöchige Pause gemacht, als mein Papa gestorben ist.

00:08:15: Aber sonst... Ich glaube, bis auf ganz, ganz, ganz wenige Ausnahmen wirklich jeden Tag.

00:08:20: Und ich kann euch sagen, es freut mich nicht immer.

00:08:24: Und manchmal so gar nicht.

00:08:26: Aber ich mache es trotzdem.

00:08:29: Ich bleibe einfach dran, um dieses dranbleiben zu üben.

00:08:33: Und es gibt mir auch ein... Es gibt mir einfach ein gutes Gefühl, dass einerseits und andererseits gibt es meinem Tag auch eine gewisse Struktur.

00:08:49: Von der ich immer geglaubt habe, ich brauche das nicht.

00:08:52: Also quasi Struktur, Rituale, Wiederholungen, grauenhaft, ein Käfig, eingesperrt, schrecklich will ich nicht.

00:09:01: Aber ich habe jetzt draufgekommen, dass das verdammt gut tut, eine gewisse Struktur, so ein Gerüst zu haben.

00:09:12: Und eben dieser Tagesbeginn mit der Tarot-Botschaft ist... auch eine Form von Struktur für mich.

00:09:22: So beginnt mein Tag, zumindest in der Früh, an irgendeinem Zeitpunkt, bis ungefähr zehn Uhr.

00:09:31: Und, dass mir Struktur gut tut, habe ich gemerkt, durch meinen Carter, der jetzt nicht mehr lebt, den ich dann mit letzten, also diesen April, mit zwanzig Jahren einschlefern musste, weil er schon sehr dement war und sich überhaupt nicht mehr ausgekannt hat.

00:09:58: Aber diese eineinhalb Jahre davor war es schon so, dass er nicht mehr aufs Kistel gegangen ist, sondern er hat einfach überall im Haus hingemacht.

00:10:09: Und wir haben dann einen guten Modus gefunden.

00:10:10: Ich habe einfach überall so Fleckalteppiche aufgelegt und er war dann wirklich so brav und hat immer auf einen dieser Teppiche gemacht.

00:10:20: die ich dann natürlich auch weggeben musste und dann immer alles geputzt habe, drunter neuentäppig, jeden Tag ein oder zweimal all diese Flecker dann gewaschen habe und wieder neu aufgelegt habe.

00:10:33: Und am Anfang habe ich das diese nicht mühsam gefunden und dann war das aber, also das hört sich vielleicht jetzt komisch an, aber für mich war das dann eine nette Routine, weil ich gewusst habe in der Früh, ich muss zeitig aufstehen, weil er in der Nacht sicher einmal hingemacht hat und dann jetzt vielleicht auch gleich in der Früh muss.

00:10:56: Ich wusste dann schon so seine Zeitabstände, damit der Teppich da nicht so lange liegt, sondern nicht gleich das weg putzen kann.

00:11:05: Und das hat meinem ganzen Tag auch immer ein Gerüst gegeben, weil ich gewusst habe, so wenn er jetzt hingemacht hat, nach ungefähr vier Stunden ist das nächste Mal und ich habe dann alles so getimt, dass sich das ausgeht, dass ich dann immer wieder zu Hause bin.

00:11:18: Immer ist es nicht gegangen, aber ich hatte dann auch Hilfe mit meiner Mutter und so weiter.

00:11:25: Und ich war eigentlich dann sehr froh, um diese Struktur, die dann auf einmal weg war, und gleich dann abgelöst wurde von der Struktur meines Papas, der einen Herzstillstand hatte und dann monatelang im Spital war und ich ihn dann auch jeden oder jeden zweiten Tag besucht habe.

00:11:49: Das war dann die nächste Struktur, wo ich mir auch manchmal gedacht habe, ist das mühsam, jetzt muss ich da wieder nach Wien fahren und schon wieder.

00:11:58: und aber insgeheim habe ich mich ja auch gefreut, weil ich konnte meinen ganzen Tag dann darum organisieren.

00:12:02: Das war auch so ein Fixpunkt.

00:12:09: Vielleicht helfen dir Fixpunkte im Tag ebenso, um die du dann den Rest baust.

00:12:19: Mir verschafft das eine Erleichterung.

00:12:23: So wie ich jetzt eben dieser Tarot Botschaft habe und als mein Vater dann gestorben ist, ist auch dieser Fixpunkt weggefallen, habe ich mir gleich einen neuen kreiert, nämlich indem ich jetzt inspiriert von Paul Simons Song, Fifty Ways To Leave Your Lover, das Ummünze auf Fifty Ways To Leave Your Vater und jetzt auf fünfzig verschiedenen Wegen zum Grab meines Vaters Radle, also mit dem Fahrradfahrer.

00:12:56: Und das Grab ist, ja, wenn man Luft, also wenn man es gerade nimmt, ungefähr so sieben und dreißig Kilometer entfernt.

00:13:03: Und man kann wunderbar links und rechts und oben und unten abbiegen und schöne Touren machen.

00:13:11: Und das ist jetzt für mich auch eine Struktur.

00:13:14: Ich habe mir da eben fünfzig Mal, dass ihr hat zwei an fünfzig Wochen, das heißt einmal in der Woche mindestens dort rausfahren, neue Wege suchen.

00:13:24: Und das ist wunderbar.

00:13:26: Und ich dachte nämlich immer, dass so... eben Routinen und Gerüste einen einsperren, aber es kommt immer darauf an, wie man sie gestaltet und was für ein Gerüst man sich baut.

00:13:41: Weil die Tarot Botschaft ist zwar auch jeden Tag eine Botschaft, aber es ist jeden Tag etwas anderes und so sind die Wege dort raus zum Grab meines Vaters auch jedes Mal etwas anderes.

00:13:55: Und mir erleichtert das das Leben.

00:13:59: Und was mir auch noch das Leben erleichtert, ist, und da spielen all diese Wiedrigkeiten, die es gegeben hat in meinen mittlerweile, zwanzig Jahren, auf dieser Erde, in diesem Körper, auch eine große Rolle, nämlich diese, wie soll ich sagen, diese Sichtweise, dass, wenn Schwierigkeiten auftreten und die können, klein sein, wie zum Beispiel ein, wie ich sie jetzt am Sonntag hatte, ein platter Reifen beim Radfahren, oder sie können eben groß sein, wie der Tod meines Pappers.

00:14:47: Dass all diese Sachen, die eben passieren, die sich ereignet, einen den Horizont erweitern, wenn man offen dafür ist, also wenn man Bereit dazu ist, das Schöne in all den Wiederigkeiten zu sehen und auch die Botschaften oder ja die Lehren, die man aus Bewältigung solcher Probleme ziehen kann.

00:15:25: Ich habe mich früher eben gerne vor Problemen gedrückt und im Kleinen mache ich das heute auch noch, siehe Post.

00:15:32: Und ich werde es mir wieder vornehmen, das nicht so zu machen.

00:15:36: Mal schauen, ob mir das gelingt.

00:15:39: Aber was für mich jetzt das Absolut Schöne war in den letzten beiden Jahren, die besonders schwierig waren, die wirklich von besonders großen Krisen gekennzeichnet waren, dass immer immer etwas wirklich Wertvolles und Gutes für mich rausgeschaut hat.

00:16:03: Und es war auch echt so.

00:16:06: Wie mein Papa gestorben ist, habe ich mich noch am selben Tag gefragt, okay, was bedeutet das für mich?

00:16:14: Was kommt jetzt Gutes dabei raus für mich?

00:16:17: Und gleichzeitig habe ich mir die Zeit gegeben, okay, ich kann das nicht sofort beantworten.

00:16:21: Das wird sich schon noch entfalten.

00:16:23: Und schön langsam entfaltet sich... Ach, das wollte ich jetzt vermeiden.

00:16:34: Schön langsam entfaltet sich auch... Darin eine gewisse Schönheit.

00:16:41: Eben diese Radfahrten, zum Beispiel zum Grab, finde ich persönlich eher sinnig.

00:16:50: schön, weil ich so viel Neues sehe.

00:16:55: Weil ich so viel Neues entdecke auf diesen Fahrten.

00:16:59: Und diese Fahrten dauern auch lange, weil sie über Stock und Stein sind und dann immer so um die Achtzig, Neunzig Kilometer.

00:17:05: Das heißt... Da vergeht viel Zeit.

00:17:08: Viel Zeit, die ich meistens mit mir alleine verbringen kann.

00:17:13: In der Natur.

00:17:14: Und wo mir... Ich kann es jetzt schwer beschreiben, aber da gibt es ganz, ganz viele schöne friedliche Momente.

00:17:23: Und das macht das Leben auch ungemein leichter, wenn man die Schwierigkeiten, wenn man sofort rauszoomt ein bisschen und in den Beobachter geht und sich darüber im Klaren ist, dass diese Schwierigkeit... getarnt ist als Chance, dass die Chance getarnt ist als Schwierigkeit so, dass man sich immer irgendetwas mitnehmen kann.

00:17:45: Zum Beispiel das Hochwasser letztes Jahr.

00:17:48: Ziemlich genau um diese Zeit hat es uns ja unter Wasser gesetzt und das war im ersten Moment eine echte Katastrophe.

00:17:58: Ich war komplett fertig mit den Nerven und es hat Menschen die ihr ganzes Geld und ihre ganze Zeit in ein Haus investiert haben, ihnen dieses unterm Hintern weggespült.

00:18:16: Und da ist mir so klar geworden, dass es gar nichts bringt, sein Geld in Besitz zu investieren.

00:18:25: Der kann immer weg sein, du weißt nie, was passiert.

00:18:30: Und von da möchte ich also seit ... Damals möchte ich nur mehr in Erlebnisse investieren.

00:18:38: Und daraufhin eben kurz nach diesem Hochwasser habe ich dann am Schwarzenmarkt Tickets für ein Taylor Swift Konzert in Toronto gekauft und habe tausende Euro für die Tickets und für den Flug ausgegeben.

00:18:50: Und es war wunderbar.

00:18:53: Es war so ein tolles Erlebnis.

00:18:55: Und dieses Ja, all diese Gefühle, all diese Erinnerungen kann mir niemand nehmen, außer vielleicht die Mensa mal.

00:19:04: Und auch meine Südkorea-Reise heuer im Frühjahr, das waren die glücklichsten zwei Wochen meines Lebens seit Langem.

00:19:13: Das ist es, das ist das, worin ich investieren möchte.

00:19:17: Und all diese Erkenntnis und all diese schönen Erlebnisse habe ich mir gegönnt, eben aufgrund des Hochwassers, was zuerst natürlich eine Katastrophe war.

00:19:29: Und es ist ja auch so, dass man Hilfe bekommt von oben.

00:19:35: In meinem Fall beim Hochwasser war es so, ich schau mir nie die Bezirkszeitung an.

00:19:39: Das ist ein Kassplattel, das landet bei mir immer sofort im Mist.

00:19:43: Und nach dem Hochwasser, keine Ahnung, warum, habe ich mir dieses Blattel hergenommen und in dem Blatt gesehen, dass es von, ich glaube, es war das rote Kreuz oder, weiß ich nicht, von irgendwem, gab es auf jeden Fall dann noch extra Hochwasserhilfe.

00:19:58: wenn man Fotos hinschickt und persönlich hingeht.

00:20:01: Und ich habe dann, ich glaube, eine Tausend, fünfhundert Euro von denen bekommen.

00:20:04: Also eben, das sind halt lauter so Sachen, wenn man trotz, uah, offen bleibt, dann kommt Hilfe.

00:20:15: Die kommt.

00:20:17: Und auch eben dieser Tod hat so, der hat so wie irgendwie ... öffnet auch eine neue Gefühlsebene, alles was uns widerfährt, alle vor allem die Widrigkeiten, öffnen eine neue, eine neue Ebene des Fühlens.

00:20:36: Weil wenn immer nur alles glatt läuft und man happy peppy ist, finde ich dann ist das immer so eine ziemlich gleichbleibende Welle.

00:20:43: Aber wenn du halt wirklich tiefe Tiefen kennenlernst, dann lernst du auch die Höhen und vielleicht nicht nur die Höhen, sondern die leichten Erhöhungen schon sehr, sehr, sehr zu schätzen, dass du dann auch diese kleinen Momente, und sei es nur eine wunderschöne Pume am Wegesrand, richtig zu schätzen weißt.

00:21:08: Und diese schönen Momente gibt es auch eben in den ärgsten Schwierigkeiten und in der größten Trauer.

00:21:18: In all diesen Phasen, ist mir jetzt schon aufgefallen in den letzten Jahren, gibt es und So beschissen kann der Tag gar nicht sein, dass es nicht auch ganz viele Momente gibt, die wunderschön sind.

00:21:30: Und wie gesagt, das können ganz kurze sein.

00:21:33: Schwäne, die vorbeifliegen.

00:21:35: Die Blume am Straßenrand.

00:21:37: Ein nettes Lächeln von der Verkäuferin im Supermarkt.

00:21:42: Und das sind alles so ganz, ganz kleine Momente, die somieren.

00:21:47: Und die mir, also das mir sind die im Tage, Ganz, ganz wichtig.

00:21:53: Die machen es mir auch leichter, das Leben so zu nehmen, wie es ist.

00:22:01: Und auch dieses Raussummen, diese größere Ebene zu sehen, dieses Wissen, dass der Mensch halt zwar tot ist, aber die Seele ja ewig weiterlebt und in irgendeiner Form immer noch da ist.

00:22:14: Und ich mag den Gedanken, weil mein Papa, muss ich sagen, war schon, ich schau gerade auf sein Bild, schon feig.

00:22:23: Muss man so sagen, er ist nicht gestanden zu seinen Entscheidungen und hat sich auch nie so wirklich mit seinen Problemen auseinandersetzen wollen oder eben, ja, mit Schwierigkeiten.

00:22:38: Und ich mag den Gedanken, dass mir der Papa jetzt so besser helfen kann oder mich besser unterstützen kann als zu Lebzeiten.

00:22:48: Also, dass er mich in seiner höchsten Form, in der Seelenform jetzt mehr leiten kann, als er es konnte in seinem Körper.

00:23:05: Und das ist oft auch tröstlich dieser Gedanke.

00:23:11: Und so mag ich auch all die Schwierigkeiten sehen in meinem Leben, nämlich, dass sie mich weiterbringen, dass es auf einer höheren Ebene zu etwas gut ist.

00:23:25: Und im Nachhinein... hat sich ja das ganz oft schon bestätigt, dass was im ersten Moment eine totale Katastrophe war, in Wahrheit, wie eine Befreiung war oder mir dann den richtigen Weg gewiesen hat.

00:23:42: Ja, so, zusammengefasst möchte ich einfach sagen, dass wir uns das Leben leichter machen können, wenn wir wirklich präsent sind, wenn wir die Dinge gleich angehen.

00:23:56: Wenn wir nichts auf die Seite schieben für irgendwann mal und das versuchen möglichst lange zu ignorieren, so wie meine Post, das wäre mal das eine, das andere ist, schau ob du dir eine Struktur erschaffen kannst, ob du dir bestimmte Rituale kreieren kannst, die deinem Leben oder deinem Tag ein gewisses Gerüst geben, mit dem es dir leichter fällt, dran zu bleiben.

00:24:29: Wo es einfacher ist, nicht aufzugeben, sondern immer weiter zu machen.

00:24:39: Dann bleibt offen auch in den schwierigsten Zeiten für schöne Momente.

00:24:48: Und die gibt es immer, immer, immer.

00:24:50: Egal wie Schreckliches jetzt gerade im Moment auch sein mag.

00:24:56: Und als Letztes, was für mich auch sehr wichtig ist, sich immer vor Augen zu halten, dass alles, was passiert für uns passiert, dass wir mit jeder Schwierigkeit wachsen, dass wir immer etwas Neues daraus lernen können, das uns später weiter hilft und auch, dass wir so unser, sag ich mal, emotionales Repertoire vertiefen, dass wir so mehr Empathie empfinden können auch für Menschen und ihre Handlungsweisen.

00:25:40: Was ja sehr hilfreich ist auch im Alltag, damit wir nicht gleich angefressen sind oder ausrasten.

00:25:48: Ja, das wären so die Punkte.

00:25:50: Und einer noch, an dem kieferlich selbst noch sehr, dass wir keinen Deut darauf geben, was andere Menschen von uns denken.

00:26:01: Weil du lebst dein Leben.

00:26:06: Du.

00:26:07: Niemand andere, also doch niemand andere etwas zu sagen.

00:26:11: Das wäre es jetzt einmal von meiner Seite.

00:26:13: Ich habe bestimmt irgendetwas vergessen, aber das war, was jetzt gerade da war in meinem Kopf.

00:26:20: Ich danke euch sehr fürs Zuhören und dann sage ich Tschüss, Papa und bis zum nächsten Mal.

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